Biene summ herum …

 Endlich ist wieder der Frühling bei uns in St. Oswald eingekehrt. Nach einem langen und schönen Winter fliegen die Bienen jetzt wieder fleißig aus. Unsere Bienenvölker haben den Winter sowie auch den trüben Frühlingsanfang gut überstanden und sind bereits emsig dabei die Pollen und den Nektar zu sammeln.

Biene

Ein Blick zurück in die Vergangenheit.

Die Bienenzucht selbst, ist vermutlich so alt wie die ältesten Geschichten der Menschen. Bereits vor rund 12.000 Jahren wurden sogenannte Bienenjäger in steinzeitlichen Höhlenmalereien verewigt.

Die Geschichte unserer Familie geht zwar nicht so lange zurück, aber immerhin bis in das Jahr 1470. Denn in diesem Jahr wurden unsere Familie und unser Hof das erste Mal urkundlich erwähnt. Die ersten Bienen sind schließlich durch Kaiserin Maria Theresia zu uns auf den Hof gekommen. Sie eröffnete 1769 die weltweit erste staatliche Imkerschule. Wanderlehrer zogen durch Österreich, um den Bauern die Imkerei näher zu bringen. Das Ziel Maria Theresias war, auf jedem Hof Bienenvölker anzusiedeln. Sie wollte den damaligen Bauern durch ein Zusatzeinkommen zu mehr Unabhängigkeit verhelfen.

Früher, so erzählt man sich, wurden ganze Pferdefuhrwerke voll Honig von St. Oswalds Bauernimkern nach Radenthein gebracht. Mein Uropa Sepp war vor mir der letzte Imker in der Familie Hinteregger. Er baute auch die alte schöne Bienenhütte, welche mein Vater (auch ein Sepp) erhalten hat. Obwohl er keine Verwendung für den kleinen Holzschuppen hatte, dachte er sich, dass er ihn doch lieber erhält, anstatt abzureißen. Heute bin ich ihm sehr dankbar dafür. Mein Urgroßvater hat einige Jahre vor seinem Tod mit der Imkerei aufgehört und keinen Nachfolger gefunden. Es dauerte schließlich fast 50 Jahre, bis die ersten Bienen wieder auf unserem Hof summten.

„Imkern ist kein Hobby, sondern eine schöne Arbeit!“ 

Dieses Zitat stammt von einem alten Imker aus unserem Verein. Und er hat Recht damit. Ich habe mich vor einigen Jahren dem Imkern verschrieben und komme seither nicht mehr davon los. 

Mittlerweile leben bei uns am Hintereggerhof neun Bienenvölker. Durch die Bienen sind auch unsere Wiesen wieder wesentlich bunter geworden, da die Bestäubungsleistung der Bienen, die bei Weitem Effektivste unter den Insekten ist. Eine einzelne Biene kann an einem einzigen Tag bis zu 2.000 Blüten bestäuben! Ein Volk von etwa 25.000 Bienen schafft somit etwa 50 Millionen Blüten an einem einzigen Tag.

 

 

Wusstet ihr, dass jeder dritte Bissen auf eurer Gabel von der Biene abhängig ist?

Etwa 1/3 der weltweiten Nahrungsmittelproduktion hängt direkt oder indirekt von den Bienen ab. Alleine in Europa wird die jährliche Bestäubungsleistung der Bienen mit rund 65 Milliarden Euro beziffert. Durch die Bestäubung erhöht sich sowohl der Ertrag als auch die Qualität der Kulturpflanzen.

Bienen leisten Unfassbares!

Eine Honigbiene benötigt ihr ganzes Leben, um einen Teelöffel Honig zu produzieren!

Für ein 1/2 kg Honig legen die Bienen eine Strecke zurück, die einer Umrundung unserer Erde entspricht. 

Honig ist nicht nur süß und schmeckt gut. Honig ist auch gesund. Er wirkt antibakteriell und entzündungshemmend und hilft gegen Husten. Das Gebiet der Apitherapie steckt noch in den Kinderschuhen und dessen Erforschung ist gerade richtig am Anlaufen. Wir dürfen uns noch auch viele spannende und verblüffende Erkenntnisse rund um die Gesundheitsaspekte der Bienen freuen. Neben Honig gibt es das berühmte Propolis, den Pollen, das Gelee Royal, sowie Bienengift, das Wachs und sogar die Bienenluft, welche im Bienenstock zirkuliert. All diese Produkte werden vermutlich in Zukunft einen wesentlichen Beitrag zu unser aller Gesundheit leisten.

Bienenflug

Mehr als nur Honig!

 

Das sind nur einige der spannenden Geschichten, welche es um die Bienen zu erzählen gibt. Da wäre aber noch etwas … Um die Gesundheit der Bienen auf unserer Erde steht es gerade nicht sonderlich gut.

Die weltweite Bienenpopulation, aber auch die vieler anderer bestäubender Insekten befindet sich im Kampf um Leben und Tod. Unbestritten befinden wir uns inmitten eines großen Massensterbens. Vor allem wir sind es, die den Bienen langsam aber sicher den Garaus machen. Die Gründe sind vielfältig und beginnen bei unserem Konsumverhalten, dem Einsatz von Giften und der Zucht von Monokulturen. Genauso wie wir es sind, die sie zerstören können auch nur wir sie retten. Die Bienen brauchen unsere Hilfe und genau, das war auch mein Ansporn, um mit der Imkerei zu beginnen, denn es geht für uns um mehr als den süßen Honig. Am Ende geht es um uns selbst.

Um darauf aufmerksam zu machen und einen kleinen Beitrag zu leisten, haben wir im Jahr 2019 eine etwa 100 qm große Fläche in eine Bienenweide umgewandelt. Die Wiese wurde mit einheimischem Saatgut eingesät. Wir überlassen diese zukünftig unseren Bienen, sowie allen anderen Insekten, welche sich an der hoffentlich bunten Blütenpracht erfreuen werden. 

Unsere restlichen Futterwiesen werden ohnehin nicht mit künstlichem Dünger besprüht. Zudem werden unsere Wiesen nur 1-2-mal gemäht, sodass sie sich auch selbst wieder aussähen und richtig aufblühen können. Das ist nämlich auch längst keine Norm mehr, denn viele Wiesen werden 4-5-mal gemäht. Man benötigt eiweißreiches Gras. Sie können sich nicht aussähen und müssen somit nachgesät werden. Die Wiese verkommt zu einer Monokultur an schnell wachsenden Gräsern ohne Blühpflanzen für die Insekten.

Im Rahmen des Projektes „Schule am Bauernhof“ vermitteln wir in jedem Frühling und Sommer, interessierten SchülerInnen aus ganz Österreich das Wesen der Biene und der Imkerei – so wie wir es betrachten und leben!

Aber auch den vielen interessierten Gästen in unserem Familienhotel Gasthof Hinteregger bzw. dem Bio- und Auszeithof Hinteregger vermitteln wir das Wissen rund um die Bienen.

Im Rahmen unserer „Green Care Spür-dich-Tage“ können Interessierte auf Tuchfühlung mit unseren Bienen gehen. Dabei probieren sie den ein oder anderen Löffel unseres Honigs oder beobachten einfach nur die Insekten auf unserer Bienenweide beim Fliegen zwischen dem Meer aus Blüten.

Martin Hinteregger

Du willst mehr über die Biene erfahren? Dann komm zu unseren Auszeittagen am Bio- und Auszeithof Hinteregger.

Wir helfen Euch gerne weiter

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