Doaswald einst und jetzt

Heuschupfen im Wandel der Zeit

 

Es ist ein schöner Montag Morgen im August 1954.

Die Familie Hinteregger ist auf dem Weg zur Alm. Es ist an der Zeit für ein paar Tage ins Schönfeld zum Heign zu gehen. Die Arbeit beginnt früh morgens um 4 Uhr. Zu dieser Zeit ist es noch schön kühl. Die Sensen können besser durch das vom Morgentau feuchte Gras schneiden.

Das Almheu wird vor Ort in den kleinen Heuschupfen gelagert, in welchen die Familie nachts auch schläft. Man isst, was man zu Hause vorbereitet hat, und trinkt die Milch, welche die mitgebrachte Ziege spendet. Es gibt sogar eine kleine Kochhütte. Hier wird auf offenem Feuer an einem Naturfelsen gekocht. Eine kleine Hütte wurde einfach über den Felsbrocken gebaut. Sie dient als Wetterschutz aber auch um die Vorräte vor hungrigen Geschöpfen der Nacht zu schützen.

Anna Hinteregger (Anni Schabus) ist gerade 14 Jahre alt. Als das Essen ausgeht, muss sie alleine, zu Fuß, wieder nach Hause eilen. Sie muss Nachschub holen. Auf dem Weg ins Tal weint sie. Sie muss ja schließlich auch noch das übrige Heu im Schönfeld zusammenrechen und hat Angst, mit der Arbeit nicht mehr fertig zu werden. Denn übrig gelassen werden darf nichts von dem kostbaren Gut.

Schon die alten Leut haben gesagt: “Ein Kilo Almheu ist soviel Wert wie 10 Kilo Talheu”.

Diese Tage verbringt fast ganz St.Oswald auf den Almen, um das Heu für den Winter zu ernten und für die nächsten Wochen dort oben zu lagern. Die Zeit im UNESCO Biosphärenpark Nockberge im Sommer ist knapp bemessen und so müssen alle zusammen helfen.

Im Oktober, wenn das Korn im Tal gedroschen ist, begibt sich das gesamte Dorf wieder auf die Almen zum Alp-Heu holen. Diesmal helfen alle zusammen, um das Heu noch rechtzeitig vor dem Winter ins Tal zu schaffen. Die Tiere müssen während der kalten Jahreszeit auch genügend zu fressen haben.

 

Die alte Zeit ist längst vorbei und von der einstigen Almheu-Ernte zeugen heute nur mehr die alten Schupfen von denen die meisten längst verfallen sind.

Einige werden noch durch die Jägerschaft als Wildtier-Fütterungen erhalten. Vereinzelt nutzen Bauern sie als Unterstand für ihr Vieh. Ein Ruine erlangte sogar noch ein wenig Ruhm. Als gelbe Kunstinstallation bereichert sie die Kulturlandschaft, indem sie auf den stetigen Verfall aufmerksam machen soll.

Heute dienen die Almflächen selbst, nur mehr als Viehweiden. Nur wenige werden noch gemäht. Die einstigen Äcker im Tal sind Futterwiesen gewichen, die die notwendigen Heuvorräte für den Winter sichern.

Leave Comment

Ihre Mailadresse wird nicht publiziert. Pflichtfelder sind mit * markiert.

löschenSenden